30. – 31.12.2020: Erdbebenkatastrophe in Kroatien – Einsatz für KHD International

 

Am 29.12.2020 kam es in Kroatien zu einem Erdbeben der Magnitude 6,4 (EMSC). Das Epizentrum lag ca. 45km südöstlich der Hauptstadt Zagreb. Besonders betroffen war das Gebiet um die Kleinstädte Sisak, Petrinja und Glina. Es entstanden erhebliche Schäden an Gebäuden, mehrere Menschenleben waren zu beklagen. In weiterer Folge kam es zu zahlreichen Nachbeben.

Wie viele andere Länder hatte auch die österreichische Bundesregierung spontan Hilfe angeboten – und diese wurde von kroatischer Seite angenommen. In Zusammenarbeit von Innenministerium, Österr. Bundesheer und Feuerwehreinheiten der Landesfeuerwehrverbände Niederösterreich und Steiermark wurde ein Transport von rund 80 Notunterkunfts-Containern von Graz aus in das Erdbebengebiet organisiert. Um den Transport durchführen zu können, standen innerhalb kürzester Zeit neben der erforderlichen Mannschaft auch schwere Kräne und Wechselladefahrzeuge mit Anhängern aus den Landesfeuerwehrverbänden Niederösterreich und Steiermark bereit. Insgesamt wurden zwei Züge formiert, die in der Belgier-Kaserne in Graz beladen wurden.

Das WLF-K Pinggau mit der Besatzung OBI Franz Höller und BI d.F Markus Lang wurde dem 2. Zug zugeteilt. Nach einigen Adaptierungen am WLF-K wurde um 18.00 Uhr Richtung Graz abgefahren. Dort angekommen mussten sich unsere beiden Kameraden wie alle anderen einem Covid-19 Test unterziehen. Danach wurde das WLF-K mit einem Wohncontainer beladen. Nach der Warmverpflegung, dem Ausfassen von Kaltverpflegung für die Dauer eines Tages und einer kurzen Dienstbesprechung wurde der 2. Zug, bestehend aus neun WLF aus der Steiermark und zehn WLF aus NÖ, um 04.50 Uhr in Marsch gesetzt.

Um 06.35 Uhr wurde die kroatische Grenze passiert. Von da gab es Polizeigeleit bis ins Katastrophengebiet. Konnte bis knapp nach Zagreb noch auf Autobahnen gefahren werden, musste dann auf Landstraßen, die zum Teil schwere Verformungen aufwiesen, weitergefahren werden. Gegen 10.00 Uhr wurde das Städtchen Glina, eine der am schwersten betroffenen Ortschaften, erreicht. Hier bot sich ein Bild der Verwüstung. Zusätzlich konnte man immer wieder an Minensperrgebieten erkennen, dass in dieser Region vor 30 Jahren noch Krieg geherrscht hatte. Besonders berührend war, dass die österreichischen Einsatzkräfte von der leidgeprüften Bevölkerung immer wieder nahezu frenetisch und überaus freundlich begrüßt wurden. Das ging sogar soweit, dass trotz halbzerstörter Häuser den Feuerwehrmännern z. B. Kaffee angeboten wurde, wie OBI Franz Höller berichtete.

Auf einem Sammelplatz bei Glina wurde der Container an die kroatische Armee übergeben. Danach wurde sofort wieder die Rückfahrt gestartet. Nach einer Endbesprechung in Gralla, einem zweiten Covid-19 Test in Lebring und einem Abendessen brachen unsere zwei Männer mit dem WLF-K zur Heimfahrt nach Pinggau auf, wo sie gegen 19.30 Uhr etwas müde, aber wohlbehalten, eintrafen.

Eine tolle Leistung von OBI Franz Höller und BI d.F Markus Lang, die nahezu 26 Stunden ununterbrochen im Dienst für die Hilfe an den leidgeprüften Bewohnern dieser Region in Kroatien standen.

Fotos: FF Pinggau