Als sich im Lauf des Vormittags immer mehr Gewitterwolken bildeten, ahnte noch niemand, was auf die Bewohner der Gemeinden Pinggau und Schäffern zukommen sollte. Gegen 11.30 Uhr entlud sich im Quellbereich von Pinka, Tauchenbach und Schäffernbach ein heftiges Gewitter mit äußerst starkem Regen und Hagelschlag. Binnen weniger Minuten schwollen die drei Bäche zu reißenden Flüssen an und überschwemmten die Gebiete Lafnitzdorf und Schäffernsteg. Eine vom Tauchenbach kommende Sturzflut überschwemmte im Gebiet Tanzegg-Lafnitzdorf mehrere Keller, Bauernhöfe und Wohnhäuser.
In weiterer Folge wurden das gesamte Pinggauer Gewerbegebiet -Süd, die Areale der Straßenmeisterei Pinggau, der Fa Pehofer, der AGIP Tankstelle, ein Teil der P&R Anlage sowie einige Häuser entlang der LB-63 von den Wassermassen überflutet und vermurt.
Insgesamt wurden 60 Fahrzeuge, die zum Teil auf dem Parkplatz am Gewerbegebiet und der P&R Anlage abgestellt waren, mitgerissen. Einige Fahrzeuge wurden ca 3 km nach Sinnersdorf mitgerissen, dort angeschwemmt oder blieben in den gebildeten Verklausungen der Pinka hängen.
Leider war auch ein Todesopfer zu beklagen. Eine 52-jährige Niederösterreicherin fuhr mit ihrem PKW auf der LB-63 aus Richtung Pinggau kommend in Richtung Pinkafeld. Sie wurde mit ihrem Fahrzeug von der Sturzflut mitgerissen, im Bereich des linken Pinkaufers gegen einen Baum gedrückt und ertrank in ihrem Fahrzeug.
Einsatzzeit: 11.50 – 24.00 Uhr
Eingesetzte Kräfte: 20 Feuerwehren der Abschnitte 3 und 4, FF Hartberg, FF Pinkafeld, FuB-Tankzug Nord mit 42 Fahrzeugen und 220 Mann
Fotos: FF Pinggau
In den darauffolgenden Tagen ging es dann ans Aufräumen. Auch hier war die FF Pinggau ziemlich gefordert. Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch waren, RLF, TLF und KF nahezu den ganzen Tag über bei den Aufräumungsarbeiten im Einsatz. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle, die sich hier so stark für die Bevölkerung von Pinggau eingesetzt haben.
Insgesamt waren im Zeitraum 14. – 17. Juni 64 Mann der FF Pinggau mit 478 Einsatzstunden im Hochwassereinsatz. Mit den 6 Einsatzfahrzeugen wurden 476 km zurückgelegt.