Die wohl schwerste Einzelprüfung im steirischen bzw. österreichischen Feuerwehrwesen - quasi die "Königsdisziplin" – ist die Prüfung um das Feuerwehr-Leistungsabzeichen (FLA) in Gold. Umgangssprachlich wird sie deshalb auch gerne als „Feuerwehr-Matura“ bezeichnet. Der 38. Bewerb um das FLA in Gold wurde am 12. April 2014 in der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring durchgeführt.
96 Feuerwehrmitglieder (davon 7 Damen) traten zur „Matura“ an, davon sechs (5 Männer, 1 Dame) von der FF Pinggau. Alle sechs agierten höchst erfolgreich und erwarben dadurch das begehrte Abzeichen. Eine hervorragende Leistung bot unsere Sanitätsbeauftragte HLM d.S. Annemarie Orthofer, die den dritten Platz, nur einen Punkt hinter der Landessiegerin BI d.V. Jeanine Feichtinger von der FF Eichberg, erreichte.
v.l.n.r.: BM Lang Markus, OBI Höller Franz, HLM d.S. Orthofer Annemarie, HFM Bauer Patrik, HFM Hofer Klaus, BI d.V. Wolf Alexander, flankiert von OBR Hönigschnabl Johann und ABI Gamperl Wolfgang
Ein besonderer Tag war es natürlich auch für OBR Johann Hönigschnabl, der als Landesbewerbsleiter-Stellvertreter fungierte. In den ersten acht Rängen sind immerhin fünf Mitglieder von Feuerwehren des BFV Hartberg zu finden. Sehr beachtlich schlugen sich auch unsere Kameraden der FF Baumgarten, BM Johannes Stögerer und HBI Reinhard Stögerer mit den Rängen 7 und 8.
Um die „Feuerwehr-Matura“ zu bestehen, bedarf es einer wochenlangen Vorbereitung. Denn fachliches Wissen, Know-how, ein entsprechend hoher Motivationsfaktor und nicht zuletzt eine ausreichende Menge an Selbstdisziplin sind wesentliche Voraussetzungen, um diese sehr selektive Prüfung überhaupt in Angriff zu nehmen. Der Prüfungstag selbst ist mehrstufig und mehrstündig ausgelegt. Sieben Stationen sind von den Bewerbern positiv zu meistern, wobei umfangreiches Fachwissen in den Bereichen „Ausbildung in der Feuerwehr, Berechnen, Ermitteln und Entscheiden, Brandschutzplan, Fragen aus dem Feuerwehrwesen, Führungsverfahren und Verhalten vor der Gruppe (Exerzieren)“ abverlangt wird. Löschwasserberechnungen gehören ebenso zum Prüfungsportfolio wie auch Fragen zum einsatztaktisch richtigen Vorgehen bei Technischen Einsätzen bzw. Brandeinsätzen. Im Bereich der Brandschutzpläne sind von den Kandidaten entsprechende Symbole zu finden, korrekt zuzuordnen sowie deren Auswirkungen im Hinblick auf einen Feuerwehreinsatz zu erklären, wie z.B. spezielle Brandgefahren. Weiterführend ist sowohl das Formulieren und Geben von Befehlen als auch das Verhalten vor der Gruppe prüfungsrelevant. Dazu findet das sogenannte Exerzieren im Übungshof der Feuerwehrschule statt. Theoretisches Wissen - zu einem aus mehreren Hundert Fragen bestehenden Katalog - in Bezug auf das Feuerwehrwesen sowie die Prüfungsstation „Ausbildung in der Feuerwehr“ mit lernpsychologischen und didaktischen Hintergründen runden das umfangreiche Prüfungsportfolio ab.
Während sich die sechs erfolgreichen Mitglieder der FF Pinggau auf den Heimweg machten, liefen im Feuerwehrhaus bereits die Vorbereitungen für einen gebührenden Empfang. Zahlreiche Feuerwehrmänner und –frauen, die Feuerwehrkapelle und Familienangehörige hatten sich zur Gratulation eingefunden. HBI Harald Hönigschnabl und BGM Leopold Bartsch begrüßten unsere sechs „Goldenen“, dankten ihnen für ihr tolles Engagement und überreichten jedem ein Stärkungsmittel, das sie nach den besonders geistigen Strapazen sicher brauchen können. Nach einem Sektempfang wurde ins Feuerwehrhaus geladen, wo es bei Bier, Wein und Brötchen noch zu einem intensiven Erfahrungsbericht kam.
Herzliche Gratulation für diese tolle Leistung